Trotz Datenproblemen Der Clubhouse-Hype geht weiter

Stand: 19.04.2021 13:39 Uhr

Investoren haben die Audio-App Clubhouse mit frischem Geld versorgt, das Wachstum hält an. Dabei gab es zuletzt neue Probleme mit dem Datenschutz. Hat das Unternehmen die Geschwindigkeit im Griff?

Das Management der Audio-App Clubhouse hat bei Investoren frisches Geld eingesammelt. Damit soll zum einen der Nutzeransturm der vergangenen Monate bewältigt werden. Clubhouse wolle "mehr Nutzer begrüßen", seine Infrastruktur stärken und die Anbieter der Gespräche "unterstützen". Das rasante Wachstum habe dazu geführt, dass die Server überlastet gewesen seien, auch die Algorithmen seien nicht für die hohen Nutzerzahlen geschaffen gewesen. Aktuell tummeln sich nach Unternehmensangaben rund zehn Millionen Nutzer wöchentlich auf der Plattform.

Zum anderen soll die Kapitalspritze auch dazu dienen, den Wachstumskurs weiter voranzutreiben. Bislang sieht sich Clubhouse diesbezüglich über dem Soll: Clubhouse sei "schneller gewachsen als erwartet", teilte das Unternehmen mit.

Erfolg weckt Begehrlichkeiten

Schon im Januar hatte die audiobasierte Social-Network-App eine Finanzierungsrunde abgeschlossen. Wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtet, ist Clubhouse nun rund vier Milliarden Dollar wert. Das entspricht etwa 3,3 Milliarden Euro und ist viermal so viel wie noch im Januar.  

Der Erfolg der im vergangenen Frühjahr in den USA von Alpha Explorations entwickelten App weckt Begehrlichkeiten und Nachahmer. Medienberichten zufolge soll der Nachrichtendienst Twitter unlängst an einem Kauf interessiert gewesen sein, Facebook soll an einem Clubhouse-Klon arbeiten.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte unlängst selbst im virtuellen Salon hereingeschaut, auch Tesla-Chef Elon Musk war bereits zu Gast - das steigert natürlich die Attraktivität des Audio-Angebots. Einmal bedeutenden Menschen lauschen: Viele Clubhouse-Nutzer dürften solche oder ähnliche Wünsche kennen.

Datenschützer warnen

Aber die Erfolgsstory hat auch Schattenseiten. Immer wieder äußern Datenschützer gravierende Bedenken. Erst jüngst kam es zu einem relevanten Vorfall. In einem Hackerforum waren Daten von 1,3 Millionen Clubhouse-Nutzern aufgetaucht. Clubhouse bestritt, gehackt worden zu sein.

Bei den Daten handele es sich um öffentlich im Profil sichtbare Informationen, die in Masse abgegriffen worden seien, darunter Namen, Nutzername, Nutzer-ID, Profilfotos und Kontaktlisten. Sensible Daten wie Kreditkarten-Infos seien nicht darunter gewesen.

Solche Infos ließen sich für gezielte Phishing-Angriffe nutzen, warnt die Verbraucherzentrale. Außerdem bieten sich die Daten dafür an, Fake-Accounts in sozialen Netzwerken zu erstellen und praktisch Identitätsdiebstahl zu betreiben.

Ferner kritisiert die Verbraucherzentrale, dass Gespräche auf den Servern in den USA aufgezeichnet und ausgewertet würden. Zudem hätte die App Zugriff auf alle gespeicherten Kontakte im Telefonbuch.

Über dieses Thema berichtete das NDR Fernsehen am 29. März 2021 um 18:45 Uhr in der Sendung "DAS!".

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