Ostergeschäft fällt weg Condor braucht frisches Geld

Stand: 08.03.2021 13:02 Uhr

Das ausbleibende Ostergeschäft stößt den Ferienflieger Condor zurück in die Krise: Das Unternehmen, das erst im vergangenen Jahr vom Staat gerettet worden war, braucht frisches Geld.

Corona trifft den angeschlagenen Ferienflieger Condor abermals empfindlich. Weil der Lockdown Flugreisen zu Ostern wohl verhindern wird, braucht das Unternehmen weitere Gelder, um sich über Wasser halten zu können. Man führe "konstruktive Sondierungsgespräche" über eine finanzielle Unterstützung, teilte Condor mit. Unklar ist, ob auch über neue Staatshilfen verhandelt wird.

700 Stellen schon weggefallen

Der Reisekonzern befindet sich derzeit im Besitz einer Treuhandgesellschaft, nachdem es von der staatlichen Förderbank KfW Hilfsgelder in Höhe von 550 Millionen Euro erhalten hatte. Im Zuge eines Schutzschirmverfahrens wurde die frühere Thomas-Cook-Tochter vor der Insolvenz bewahrt und umstrukturiert. Durch den Abbau von 700 Stellen, den Abschluss von Sanierungstarifverträgen und den Umzug der Konzernzentrale vom teuren Frankfurt ins günstigere Neu-Isenburg wurden Kosten gedrückt.

Condor verließ vor rund drei Monaten das Schutzschirmverfahren und hoffte seither auf ein einträgliches Ostergeschäft. Zu einem späteren Zeitpunkt wollte das Unternehmen nach einem Investor Ausschau halten; diese Suche wird nun möglicherweise vorgezogen.

Erschwert wird die Lage des Ferienfliegers durch einen Konflikt mit der - ebenfalls staatlich gestützten - Lufthansa. Beide Airlines streiten sich um Zubringerflüge zu ihren Fernflügen. Die bestehende Vereinbarung hatte die Lufthansa im vergangenen November aufgekündigt, weil der Konzern selbst stärker ins Langstreckengeschäft einsteigen will.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 08. März 2021 um 22:30 Uhr.

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