Neue Anleihe Lufthansa holt sich noch mehr Geld

Stand: 04.02.2021 19:14 Uhr

Die Lufthansa hat sich erneut am Kapitalmarkt Geld besorgt. Damit will die finanziell arg gebeutelte Airline einen Teil der Staatshilfen vorzeitig zurückzahlen. Wie es weitergeht, ist aber ungewiss.

Bereits zum dritten Mal innerhalb kürzester Zeit hat die Lufthansa den Kapitalmarkt angezapft. Das von der Corona-Krise hart getroffene Unternehmen platzierte am Donnerstag eine neue Anleihe. Damit habe die Fluggesellschaft insgesamt 1,6 Milliarden Euro von Investoren eingenommen, teilte der MDax-Konzern am Donnerstagabend in Frankfurt mit.

Die beiden Tranchen des Papiers hätten Laufzeiten bis 2025 und 2028, hieß es. Mit den Einnahmen und Mittelaufnahmen von 2,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr habe Lufthansa nun die Refinanzierung aller in diesem Jahr fälligen Finanzverbindlichkeiten von rund 2,6 Milliarden Euro sichergestellt.

KfW-Kredit kann vorzeitig zurückgezahlt werden

Wie vereinbart, führe die Aufnahme darüber hinausgehender Gelder zur Tilgung des Kredits, den die Lufthansa von der Förderbank KfW in der Corona-Krise bekommen hatte. "Somit wird der Kredit in Höhe von einer Milliarde Euro vorzeitig an die KfW zurückgezahlt werden", erklärte die Airline. Der Konzern könne nach der Rückzahlung auch wieder frei über die zur Besicherung des Kredits verpfändeten Flugzeuge verfügen.

"Trotz der Rückzahlung ist es jedoch wahrscheinlich, dass wir weitere Elemente des Stabilisierungspakets in Anspruch nehmen werden, die derzeit ungenutzt sind", sagte Lufthansa-Finanzvorstand Remco Steenbergen. In welchem Umfang, hänge vom weiteren Verlauf der Pandemie ab. Wann die Erholung im Flugverkehr einsetzt, ist aufgrund der Virus-Mutationen und andauernder Reisebeschränkungen noch unklar.

Die Lufthansa hatte im Juni 2020 insgesamt etwa neun Milliarden Euro an staatlichen Hilfen erhalten, um eine drohende Insolvenz im Zuge der Krise zu vermeiden. Aufgrund von Reisebeschränkungen war der Flugverkehr massiv eingebrochen. Etwa am größten deutschen Flughafen waren 2020 so wenig Passagiere unterwegs wie seit 1984 nicht mehr.

Staatsbeteiligung bleibt

Zum 30. September verfügte die Airline über liquide Mittel von 10,1 Milliarden Euro. Lufthansa hatte bis dahin knapp drei Milliarden Euro des Hilfspakets gezogen. Unter den bislang nicht genutzten Mitteln sei auch eine Stille Beteiligung des Wirtschaftsstabilisierungsfonds von 4,5 Milliarden Euro.

An der Beteiligung des Bundes in Höhe von 20 Prozent an der Lufthansa ändert sich vorerst nichts. Diese kann erst beendet werden, wenn alle anderen Hilfen zurückgezahlt sind. Schon länger hatte sich abgezeichnet, dass das Unternehmen das Hilfspaket nicht vollständig in Anspruch nehmen muss.

Im vergangenen Jahr hatte die Fluggesellschaft über Anleihen 1,6 Milliarden Euro und über Flugzeugfinanzierungen 500 Millionen Euro aufgenommen - darunter auch sogenannte "Sale und Lease Back"-Finanzierungen, bei denen Vermögensgegenstände wie Flugzeuge verkauft und dann zurückgeleast werden. Zudem hatte die Lufthansa rund 29.000 Stellen gestrichen.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 05. Februar 2021 um 11:15 Uhr.

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