Airports in der Krise Direkte Hilfen nur für größere Flughäfen

Stand: 12.02.2021 12:22 Uhr

Der Bund plant umfangreiche neue Staatshilfen für die deutschen Flughäfen. Direkte Unterstützung sollen allerdings nur regionale Airports mit höheren Passagierzahlen erhalten.

Die Pandemie hat die deutschen Flughäfen hart getroffen - nun hat sich die Bundesregierung auf Details eines Hilfspakets für die Branche verständigt. Direkte Hilfen sollen nur größere Airports und Regionalflughäfen erhalten.

Wie Verkehrsminister Andreas Scheuer ankündigte, sollen die 15 wichtigsten Flughäfen in Deutschland mit insgesamt mehr als 600 Millionen Euro vom Staat unterstützt werden. Einmalige Zuschüsse erhalten sollen laut Deutscher Presse-Agentur die Flughäfen Bremen, Dresden, Düsseldorf, Erfurt, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Leipzig, Münster/Osnabrück, Nürnberg, Saarbrücken und Stuttgart. Sie sollen Kosten erstattet bekommen, die ihnen zu Beginn der Pandemie entstanden waren, um weiter geöffnet zu bleiben. Der Bund will hierfür 200 Millionen Euro zu Verfügung stellen. An diesen Standorten ist der Bund selbst nicht beteiligt.

Teil des Unterstützungspakets sind außerdem Hilfen von mehr als 400 Millionen Euro für die drei Flughäfen Berlin-Brandenburg, Köln/Bonn und München, an denen der Bund beteiligt ist. Des Weiteren erhält die bundeseigene Deutsche Flugsicherung GmbH im laufenden Jahr eine Eigenkapitalunterstützung von 300 Millionen Euro.

Länder müssen sich an der Hilfe beteiligen

Damit die Gelder auch fließen, müssen die jeweiligen Bundesländer ebenfalls jeweils einen Zuschuss in gleicher Höhe zusagen. Außerdem dürfen für das vergangene Jahr keine Dividenden und keine Boni an Geschäftsführer und Vorstände gezahlt werden. Das dürfte beispielsweise die börsennotierte Fraport AG betreffen, den Betreiber des größten deutschen Flughafens in Frankfurt.

Für kleine Flughäfen nur Gebühren-Erlass

Für die noch kleineren Regionalflughäfen soll es hingegen keine direkten Finanzhilfen geben. Sie sollen nur bei Gebühren für Flugsicherungsdienstleistungen entlastet werden, die sie nicht immer an die Fluggesellschaften weiterreichen können. Im Haushalt 2021 sind demnach für diese Unterstützungsmaßnahme 20 Millionen Euro vorgesehen.

Dass die kleineren Regionalflughäfen nicht mehr Hilfen erhalten, dürfte auch mit ihrer mangelnden Wirtschaftlichkeit bereits vor dem Ausbruch der Pandemie zusammenhängen. Als Extrembeispiel gilt der Flughafen Kassel-Calden. Hier hatte das ARD-Magazin Plusminus berichtet, dass von Januar bis Oktober vergangenen Jahres gerade einmal rund 27.000 Passagiere befördert wurden. Während der Steuerzahler in Calden im Jahr 2018 demnach noch gut 130 Euro pro Passagier aufgebracht hatte, waren es 2020 Jahr bereits 650 Euro. Zuletzt hatte sich die Krise des Airports nochmals zugespitzt. 

VIele Regionalflughäfen können auch deswegen kaum profitabel betrieben werden, weil sie sehr nahe beieinander liegen. So liegt von Kassel-Calden der Flughafen Paderborn weniger als eine Autostunde entfernt - der allerdings im vergangenen Jahr auch auf weniger als 100.000 Passagiere kam.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 12. Februar 2021 um 16:00 Uhr.

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