Mittelstand

Verband wird optimistischer Mehr Zuversicht im Maschinenbau

Stand: 08.12.2020 15:29 Uhr

Die Branche ist größter Arbeitgeber der deutschen Industrie: Der Maschinenbau blickt optimistisch in die Zukunft. Die neuen Prognosen für die Betriebe sind freundlicher - sofern sie von einem Lockdown verschont bleiben.

Die deutsche Maschinenbau-Branche blickt vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Voraussetzung: keine weiteren pandemiebedingten Beschränkungen. Der Präsident des Branchenverbands VDMA, Karl Haeusgen, mahnte bei der heutigen Online-Pressekonferenz Perspektiven für einen Ausstieg aus den geltenden Einschränkungen an. "Es darf weiterhin zu keinem Lockdown der Industrie kommen." Kitas und Schulen müssten so weit wie möglich offen bleiben, berufliche Reisen müssten wieder mit wenig bürokratischem Aufwand möglich sein.

Karl Haeusgen
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VDMA-Präsident Karl Haeusgen warnt vor weiteren pandemiebedingten Einschränkungen.

Prognose unsicherer als sonst

Wenn das so bleiben sollte, dürfte die Produktion des Maschinenbaus im kommenden Jahr um vier Prozent auf einen Wert von 202 Milliarden Euro steigen. Zuvor hatte der Verband ein Plus von zwei Prozent erwartet. Von dem Vorkrisenniveau von 226 Milliarden Euro im Jahr 2019 ist die Branche damit allerdings noch ein Stück entfernt. Die Prognose sei zudem mit mehr Unsicherheiten behaftet als sonst üblich.

Weil das dritte Quartal besser verlief als erwartet, korrigierte der Verband auch seine Prognose für dieses Jahr leicht nach oben. Statt eines Einbruchs der realen Produktion von 17 Prozent wird nun mit einem Minus von 14 Prozent auf 194 Milliarden Euro gerechnet. Die große Mehrheit der Firmen erwartet Haeusgen zufolge 2022 eine Rückkehr auf das Vorkrisenniveau.

Zuletzt hatten sich viele Ökonomen auch bezüglich der gesamtwirtschaftlichen Aussichten optimistisch geäußert und eine Rückkehr der deutschen Wirtschaftsleistung auf das Vorkrisenniveau bereits Ende 2021 in Aussicht gestellt. Insbesondere die deutsche Industrie verkraftet den zweiten Lockdown besser als gedacht.

Maschinenbau
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Der Maschinenbau ist Deutschlands Schlüsselindustrie.

   

Kurzarbeitergeld hat geholfen  

Das gilt auch für den Maschinenbau. "Für nicht wenige Betriebe dürfte dieses Jahr im Schatten der Corona-Pandemie das schwierigste seit Jahrzehnten werden", erklärte Haeusgen. Trotz der Krise hätten die Betriebe aber ihre Produktion und ihren Service aufrechterhalten und den Personalabbau in engen Grenzen gehalten.

Viele Betriebe haben den Angaben des VDMA-Präsidenten zufolge auch dank des Kurzarbeitergeldes an ihren Fachkräften festgehalten. Bis Jahresende wird die Mitarbeiterzahl nach Schätzungen des Verbands auf rund 1,025 Millionen sinken, ein Rückgang von 38.000 Stellen gegenüber dem Vorjahr.

Damit bleibe der Maschinen- und Anlagenbau weiterhin größter industrieller Arbeitgeber in Deutschland. Im kommenden Jahr werde die Zahl der Mitarbeiter voraussichtlich in etwa konstant bleiben. Haeusgen rechnet nicht mit einer Pleitewelle im Maschinenbau. Liquiditätsengpässe dürften 2021 aber eine Herausforderung sein.

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 08. Dezember 2020 um 14:41 Uhr.

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