Menschen stehen in Las Vegas Schlange, um Hilfe bei der Arbeitslosenunterstützung zu erhalten | Bildquelle: AP

Daten für Mai Lichtstreif am US-Arbeitsmarkt

Stand: 05.06.2020 18:08 Uhr

Die Corona-Krise hat in den USA zu Massenarbeitslosigkeit geführt. Neue Daten für Mai zeigen nun, dass die Arbeitslosenquote wieder leicht auf 13,3 Prozent gesunken ist. Präsident Trump sieht die Krise "weitgehend" überstanden.

Am US-Arbeitsmarkt deutet sich eine Trendwende an: Die Arbeitslosenquote in den USA ist im Mai trotz der Coronavirus-Krise gesunken, mit 13,3 Prozent aber nach wie vor sehr hoch.

Wie das US-Arbeitsministerium mitteilte, wurden im vergangenen Monat 2,5 Millionen Jobs geschaffen. Im April war die Arbeitslosenquote wegen der Pandemie nach offiziellen Angaben auf 14,7 Prozent angesprungen. Beobachter hatten für Mai einen Anstieg auf rund 20 Prozent befürchtet.

Die tatsächliche Arbeitslosenquote könnte indes höher liegen als die offiziellen 13,3 Prozent, wie die US-Behörde für Arbeitsmarktstatistik einräumte. Hintergrund sind Probleme bei der Einordnung der Angaben von Arbeitslosen. Die tatsächliche Quote für den Mai würde demnach rund drei Prozentpunkte höher liegen, wäre damit aber immer noch deutlich unter dem Wert vom April. 

Trump sieht Krise "weitgehend" überstanden

US-Präsident Donald Trump reagierte erfreut auf die Zahlen. "Wirklich großartiger Arbeitsmarktbericht", schrieb der Präsident im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Präsident Trump macht es großartig (Scherz, aber wahr)."

Die USA hätten vor der Coronavirus-Krise die "großartigste Wirtschaft der Weltgeschichte" gehabt, sagte Trump später im Rosengarten des Weißen Hauses. "Und diese Stärke hat uns erlaubt, diese furchtbare Pandemie zu überstehen." Die Pandemie sei "weitgehend" überstanden. Die Wirtschaft werde schon bald wieder wie eine "Rakete" wachsen.

Corona beendet Boom auf US-Jobmarkt

"Die USA scheinen schneller durch die Krise zu kommen als befürchtet", so Commerzbank-Experte Bernd Weidensteiner. Die Lockerung der Kontaktbeschränkungen und das allmähliche Wiederanfahren der Wirtschaft habe Arbeitgeber offenbar dazu bewogen, einen Teil der entlassenen Belegschaft wieder zurückzuholen. Allerdings sei der Weg noch weit.

Die Corona-Pandemie hat den jahrelangen Boom auf dem US-Jobmarkt abrupt beendet und zu Massenarbeitslosigkeit geführt. In der vergangenen Woche stellten 1,877 Millionen Bürger einen Antrag auf staatliche Stütze. Erstmals seit Mitte März waren es damit immerhin weniger als zwei Millionen. Seit der Zuspitzung der Corona-Pandemie im März haben in den USA mehr als 42 Millionen Menschen mindestens zeitweise ihren Job verloren - so viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit.

Regierung hofft auf Stabilisierung

Viele Geschäfte, Fabriken und Restaurants dürfen in den USA inzwischen wieder unter Auflagen öffnen. Trumps Regierung hofft daher, dass sich der Arbeitsmarkt in der zweiten Jahreshälfte wieder rasch stabilisieren wird. Der Jobmarkt ist insgesamt jedoch schwer angeschlagen. Experten gehen davon aus, dass die Arbeitslosigkeit selbst Ende nächsten Jahres noch knapp unterhalb der Marke von 10 Prozent liegen könnte.

Überraschend gute Arbeitslosenzahlen in den USA
Arthur Landwehr, ARD Washington
05.06.2020 17:05 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Juni 2020 um 16:00 Uhr.

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