Chinesische Polizisten schauen auf ein Containerschiff. | Bildquelle: AP

Trump verhängt neue Zölle Die Sorge hinter Chinas Schweigen

Stand: 18.09.2018 11:55 Uhr

Chinas Handelsministerium kündigt Vergeltung für die von US-Präsident Trump angekündigten neuen Zölle an. Doch deren Schlagkraft ist beschränkt. Ausländische Unternehmen sind in Sorge.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Schanghai

Gut acht Stunden hat sich Chinas Staats- und Parteiführung Zeit gelassen, um auf die neuen US-Zölle zu reagieren. Dann sagte Regierungssprecher Geng Shuang: "Diese neuen Schritte der Amerikaner bringen neue Unsicherheit in die Verhandlungen zwischen beiden Ländern."

Man werde Vergeltung üben, erklärte hingegen Chinas Handelsministerium schriftlich. Wie genau, wurde nicht mitgeteilt. Aber: Rein rechnerisch kann Chinas Führung diesmal nicht im gleichem Maße zurückschlagen. Denn die USA liefern pro Jahr nur Waren im Wert von rund 130 Milliarden US-Dollar nach China, viel weniger also als die chinesischen Produkte, auf die die USA nun neue Sonderzölle erheben wollen.

Donald Trump
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US-Präsident Trump: Neue Zölle für China

Kein Thema in Medien

Chinas staatlich gesteuerte Medien erwähnen die neuen amerikanischen Zölle mit keinem Wort. Insofern spielt das Thema in der Öffentlichkeit keine Rolle. Auch betroffene chinesische Firmen sagen nichts zum Thema.

Der Frust bei ausländischen Firmen, die in China aktiv sind, wächst hingegen spürbar. "Es wird noch schmerzhafter, sowohl für chinesische, als auch US-Firmen", sagt Kenneth Jarrett, Präsident der amerikanischen Handelskammer (AmCham) in Shanghai. "Das wird auch die Atmosphäre noch weiter vergiften." Auch die Konsumenten in den USA und vielleicht in China würden die neuen Zölle zu spüren bekommen. "Das wiederum wird zumindest den politischen Verhandlungsdruck erhöhen."

USA erheben weitere Milliarden-Strafzölle gegen China
tagesschau 12:00 Uhr, 18.09.2018, Michael Storfner, ARD Peking

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Nachteile für europäische Unternehmen

Betroffen von den neuen Zöllen sind nicht nur amerikanische Firmen, die in China zum Beispiel Waren für den US-Markt produzieren. Auch viele europäische Unternehmen spüren den Handelskonflikt inzwischen.

Mats Harborn von der Europäischen Handelskammer, dem wichtigsten Lobbyverband europäischer Firmen in China, klagt: "Wir haben schon nach der ersten Runde der Sonderzölle gesehen, dass unsere Mitgliedsfirmen ihre Produktionsketten umstellen." Jedes Zehnte ihrer Unternehmen habe schon Produktion aus China abgezogen. "Dieser Trend wird sich nun fortsetzen."

Kritik an langsamen Reformen

Europas Wirtschaftslobby bemängelte wieder einmal die nur langsam vorankommenden Reformen in China. Viele Versprechen, die Wirtschaft zu öffnen, seien von der Staats- und Parteiführung nicht eingehalten worden. Die mangelhafte Marktöffnung sei auch die Wurzel des US-chinesischen Handelskonfliktes, so die Handelskammer. Eines der Hauptprobleme: Europäische Firmen würden in China häufig unfair behandelt.

Der Shanghaier Präsident der Europäischen Handelskammer, Carlo Diego D’Andrea, umschreibt die Situation: "Das ist wie bei einem Fußballspiel, bei dem der Schiedsrichter das Trikot der gegnerischen Mannschaft trägt." Da dürfe man sich dann auch nicht wundern, wenn der Schiri gegen das eigene Team entscheide und einem einen Elfmeter aufbrumme.

Neue US-Zölle: China schweigt, Frust bei US- und EU-Firmen groß
Steffen Wurzel, ARD Shanghai
18.09.2018 11:10 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 18. September 2018 um 05:38 Uhr.

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