Menschen stehen vor dem Arbeitsamt von Salt Lake City in den USA Schlange. | Bildquelle: dpa

Corona-Krise Weniger Anträge auf US-Arbeitslosenhilfe

Stand: 13.08.2020 16:47 Uhr

Zum ersten Mal seit März ist die wöchentliche Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA auf unter eine Million gesunken. Doch noch immer verlieren deutlich mehr Menschen ihren Job als vor der Pandemie.

Erstmals seit der Zuspitzung der Corona-Krise im März ist die Zahl der wöchentlichen Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA auf unter eine Million gefallen. In der Woche bis einschließlich 8. August stellten 963.000 Menschen einen Neuantrag, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Im Vergleich zur Vorwoche war das ein Rückgang um knapp 230.000.

Die Neuanträge spiegeln die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts in der weltgrößten Volkswirtschaft wider. Die jüngsten Zahlen ließen auf eine leichte Stabilisierung des Arbeitsmarkts hoffen. Allerdings stellt auch die aktuelle Zahl von fast einer Million Anträgen noch ein historisch hohes Niveau dar: Vor der Pandemie hatte deren Zahl selten über 100.000 pro Woche gelegen.

Arbeitslosenquote bei gut zehn Prozent

Eine dramatische Zunahme der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hatte im Juli in vielen bevölkerungsreichen Bundesstaaten erneut zu Einschränkungen des Wirtschaftslebens geführt. Zuletzt ging die Zahl der Neuinfektionen wieder leicht zurück - lag aber immer noch bei etwa 50.000 pro Tag. Die Zahl der Arbeitslosen, die eine der Formen der staatlichen Unterstützung erhielten, fiel bis Ende Juli um drei Millionen auf 28 Millionen, wie das Arbeitsministerium mitteilte. In der Vergleichswoche des Vorjahres waren es 1,7 Millionen Menschen.

Die Arbeitslosenquote im Juli lag bei für die USA historisch hohen 10,2 Prozent. Millionen Arbeitslose in den USA bekommen inzwischen nur noch das nach Bundesstaaten variierende und häufig sehr knapp bemessene Arbeitslosengeld. Ein wegen der Pandemie pro Woche um 600 US-Dollar erhöhtes zusätzliches Arbeitslosengeld lief Ende Juli ersatzlos aus, nachdem sich Republikaner und Demokraten nicht auf eine Folgeregelung hatten einigen könnnen. Präsident Donald Trump versucht, einen teilweisen Ersatz dafür am Parlament vorbei über eine Verfügung durchzusetzen. Ob und inwieweit das klappen wird, ist noch offen.

In den USA gibt es nach Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore inzwischen 5,2 Millionen bestätigte Coronavirus-Infektionen und rund 166.000 damit verbundene Todesfälle.

Darstellung: