Seit dem Jahreswechsel Energiepreise kräftig gestiegen

Stand: 08.02.2021 10:25 Uhr

Für die Haushalte in Deutschland sind nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox die Preise für Heizung, Strom und Benzin zu Jahresbeginn so kräftig gestiegen wie seit zehn Jahren nicht. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Seit Jahresbeginn müssen die Bundesbürger für Heizung, Strom und Kraftstoffe deutlich tiefer in die Tasche greifen als noch im Dezember. Nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox betrug der Anstieg gegenüber dem Dezember knapp sieben Prozent. Das sei der stärkste Anstieg innerhalb eines Monats in den vergangenen zehn Jahren gewesen.

Grund für die Verteuerung war demnach das Auslaufen der befristeten Mehrwertsteuersenkung sowie die Einführung der CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe. Auch leicht gestiegene Großhandelspreise hätten dazu beigetragen.

Heizöl besonders stark verteuert

Im Vergleich zum Dezember 2020 verteuerte sich laut Verivox Heizöl um zwölf Prozent und Gas um fünf Prozent. Da mehr Haushalte mit Gas als mit Heizöl heizen, seien die Heizkosten im mengengewichteten Durchschnitt um 7,2 Prozent gestiegen. An der Tankstelle hätten sich die Durchschnittskosten um zehn Prozent erhöht. Benzin habe sich im Monatsvergleich um 9,8 Prozent verteuert, Diesel um 11,2 Prozent. Im Durchschnitt ergebe das ein Plus von 10,2 Prozent, beim Strom 2,5 Prozent.

Den Berechnungen von Verivox zufolge sind die gesamten Energiekosten pro Jahr für einen Musterhaushalt im Januar auf 3665 Euro gestiegen - nach 3429 Euro im Januar 2021. Das entspricht einer Preissteigerung von 6,9 Prozent innerhalb eines Monats.

Auf Jahressicht günstiger

Grundlage der Verivox-Berechnungen ist ein Drei-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Wärmebedarf von 20.000 Kilowattstunden, einem Stromverbrauch von 4000 Kilowattstunden und einer jährlichen Fahrleistung von 13.300 Kilometern. Bei der Heizung werden die Preise für Gas und Heizöl mengengewichtet nach Haushalten einberechnet. Beim durchschnittlichen Strompreis werden die Preise der örtlichen Grundversorger als auch der 30 wichtigsten überregionalen Anbieter herangezogen. Die Zahlen zur Mobilität berücksichtigen Super E10 und Diesel mengengewichtet nach Fahrzeugen.

Allerdings sind die Berechnungen von Verivox nur eine Momentaufnahme. Auf Jahressicht sind die Energiekosten der Haushalte nämlich gesunken. Das Statistische Bundesamt hat auf der Basis vorläufiger Zahlen für Januar 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat bei Haushaltsenergie und Kraftstoffen ein Minus von 2,3 Prozent ermittelt. Damit verlangsamte sich der Preisrückgang aber deutlich.

Schwierige Vorhersage

Im Dezember hatte Energie noch 6,0 Prozent weniger gekostet als ein Jahr zuvor, im November 7,7 Prozent. Beim Heizen kam hinzu, dass der Januar 2021 vergleichsweise kalt war. Der Heizbedarf war nach Angaben des Internetportals Check24 deshalb um 17 Prozent höher als im Januar 2020. Die Kosten für einen Haushalt mit Gasheizung seien deshalb um 18 Prozent gestiegen. Wer mit Öl heize, habe wegen der im Vergleich zum Januar des Vorjahres niedrigeren Preise 0,8 Prozent gespart, heißt es in der Analyse.

Wie sich die Energiepreise in diesem Jahr entwickeln, lässt sich nur schwer vorhersagen. Entscheidend für die weitere Entwicklung dürfte die Erholung der Ölnachfrage sein, schrieben kürzlich die Experten des IWF. Doch nach steigenden Preisen noch in diesem Jahr sehe es aktuell nicht aus. Zu viele Unsicherheitsfaktoren, allen voran die Coronavirus-Pandemie mit steigenden Infektionszahlen weltweit, machten den Menschen Angst und belasteten damit auch die Ölnachfrage und die Ölpreise.

Sollte es allerdings gelingen, die Corona-Pandemie in der zweiten Jahreshälfte einzudämmen, könnten auch die Ölpreise wieder steigen. "Die wirtschaftliche Erholung wird die Energienachfrage anschieben", prophezeit die Rohstoffanalystin Barbara Lambrecht von der Commerzbank.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 08. Februar 2021 um 06:36 Uhr.

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