Zigarette | Bildquelle: picture alliance

Statistisches Bundesamt Raucher kaufen mehr Tabak in Deutschland

Stand: 18.01.2021 14:15 Uhr

Der erhöhte Konsum von Produkten für Shishas, E-Zigaretten und Selbstgedrehte in Deutschland beschert dem Fiskus Mehreinnahmen. Dass in Corona-Zeiten mehr geraucht wurde, bedeutet das jedoch nicht.

Im vergangenen Jahr ist in Deutschland der Absatz von Tabak-Feinschnitt und Pfeifentabak gestiegen. Das bedeutet nach Einschätzung des Statistischen Bundesamtes aber nicht automatisch, dass mehr geraucht wurde: "Der insgesamt gestiegene Absatz von Tabakwaren weist auf veränderte Konsumgewohnheiten, aber auch auf die besonderen Handelsbedingungen im Jahr 2020 hin", erklärten die Statistiker.

So hätten die zeitweiligen Grenzschließungen in der Corona-Krise dazu geführt, dass viele Raucher, die sonst günstigere Rauchwaren aus dem Ausland konsumieren, auf die in Deutschland keine Steuern anfallen, auf selbstgedrehte Zigaretten umgestiegen seien: "Auf der Suche nach einer Alternative zu den preisgünstigeren Zigaretten aus dem Ausland griffen die Verbraucher wohl daher vermehrt zum Feinschnitt, um ihre Zigaretten selbst zu drehen." Feinschnitt ist hierzulande nicht steuerfrei, aber mit niedrigeren Abgaben belegt als Zigaretten.

Vor allem Pfeifentabak deutlich stärker gefragt

Insgesamt wurden Tabakwaren mit einem Verkaufswert von 28,8 Milliarden Euro versteuert - fünf Prozent mehr als 2019. Beim Tabakfeinschnitt verzeichneten die Statistiker einen Zuwachs von 10,5 Prozent. Der Verkaufswert von Pfeifentabak stieg sogar um 44,3 Prozent: Hierin enthalten sind vor allem Tabak für Wasserpfeifen, aber auch Produkte für E-Zigaretten. Der Verkauf von versteuerten Zigaretten ging derweil um 1,1 Prozent zurück.

Im Vergleich zu 1991 hat sich der Zigarettenabsatz laut Statistischem Bundesamt nahezu halbiert: Im Jahr nach der Wiedervereinigung waren noch 146,5 Milliarden Zigaretten verkauft worden, vergangenes Jahr waren es noch 73,8 Milliarden. Das hat einerseits mit der mehrfachen Erhöhung der Tabaksteuer, aber auch mit Gesetzen zur Eindämmung des gesundheitsschädlichen Tabakkonsums zu tun. Der Verkauf des für Shishas und Verdampfer nötigen Pfeifentabaks hingegen vervierfachte sich seither.

Über dieses Thema berichtete NDR 1 aktuell am 20. Oktober 2020 um 15:00 Uhr.

Darstellung: