Elektroauto-Produktion im VW-Werk in Zwickau. | Bildquelle: dpa

VW und Daimler Autobauer wollen keine neuen Kaufprämien

Stand: 27.10.2020 12:21 Uhr

Nach dem Einbruch im Frühjahr hat sich die deutsche Autoindustrie wieder deutlich erholt. VW-Chef Diess sieht daher keinen Grund für neue Konjunkturhilfen des Staats zugunsten seiner Branche.

Die deutsche Autoindustrie braucht nach Einschätzung von VW-Chef Herbert Diess derzeit keine weiteren Konjunkturhilfen vom Staat. "Falls wir uns nicht einem zweiten Lockdown oder einem weiteren Konjunkturabschwung gegenübersehen, würde ich argumentieren, dass es keine neue Kaufprämie braucht", sagte der Automanager der "Financial Times".

Hintergrund ist die Erholung der Branche. Die Verkaufszahlen der Hersteller waren zuletzt teils deutlich gestiegen. So konnte der Volkswagen-Konzern im September über 300.000 Autos in Westeuropa verkaufen - ein Plus von mehr als zehn Prozent. Auch im wichtigen chinesischen Markt läuft das Geschäft inzwischen wieder erheblich besser. Allerdings liegt die Zahl der Neuzulassungen immer noch stark unter dem Vorjahresniveau.

Im Sommer hatte die Bundesregierung ein Konjunkturpaket auf den Weg gebracht, das auch eine befristete Verdopplung der staatlichen Kaufprämie für Elektroautos vorsieht. Bis Ende 2021 gibt es für reine E-Modelle nun bis zu 9000 Euro Förderung - sofern der Fördertopf bis dahin nicht leer ist.

"Es gab eine ganze Reihe von Anreizen da draußen für Elektroautos und Plugin-Hybride in Deutschland und quer durch Europa, und es hat funktioniert", sagte Diess. Zu Beginn der Pandemie hatte sich der Topmanager lautstark für staatliche Kaufprämien eingesetzt. Auf Forderungen, die Prämie auch für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor zu zahlen, war die Bundesregierung nicht eingegangen.

Auch Daimler-Chef Ola Källenius hatte sich zuletzt gegen weitere Kaufprämien ausgesprochen. Der Stuttgarter Konzern hatte seine Prognose für dieses Jahr zuletzt angehoben - unter anderem wegen eines starken Wachstums in China, dem größten Automarkt der Welt.

Schaeffler wächst in China

Von einem Schub aus Asien profitiert auch der Autozulieferer Schaeffler. Das Unternehmen wirtschaftet inzwischen wieder profitabler, während der Umsatz zuletzt etwas zurückging. Wachstum komme derzeit "vor allem aus China, aber auch aus der Asien-Pazifik-Region und aus den USA", sagte Vorstandschef Klaus Rosenfeld der Nachrichtenagentur Reuters.

Zahlreiche Zulieferunternehmen waren von der Corona-Krise besonders hart getroffen worden, zumal die Betriebe ohnehin die Folgen der Umstellung auf die E-Auto-Produktion schultern müssen. Schaeffler hat in diesem Jahr Beschäftigte in Kurzarbeit geschickt und im September den Abbau von weiteren 4400 Stellen in Deutschland und anderen europäischen Ländern angekündigt.

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