VW ID.3 | Bildquelle: dpa

Dreimal mehr E-Autos VW wird immer elektrischer

Stand: 13.01.2021 14:43 Uhr

Die Corona-Krise hat den Auslieferungen des Volkswagen-Konzerns im vergangenen Jahr einen kräftigen Dämpfer verpasst. Bei E-Fahrzeugen und Plug-in-Hybriden dagegen steigen die Verkaufszahlen.

Der Volkswagen-Konzern hat im vergangenen Jahr dreimal mehr Elektrofahrzeuge ausgeliefert als im Vorjahr: knapp 232.000 Stück. Bei Plug-in-Hybriden gelang eine Steigerung um 175 Prozent auf über 190.000 Exemplare.

In Deutschland kletterte der Anteil elektrifizierter Autos sogar auf 11,6 Prozent - nach 1,5 Prozent im Vorjahr. Ähnlich kräftige Anstiege verzeichnete der Konzern in ganz Westeuropa. Manche Marktbeobachter hatten allerdings mit noch höheren Wachstumsraten gerechnet.

Die meistverkauften reinen E-Autos waren 2020 der neue VW ID.3, der Audi e-tron und die elektrische Version des VW Golf. Bei den Hybriden führten der VW Passat, Audi Q5 und der Porsche Cayenne die Liste an. Nach Angaben von Konzernchef Herbert Diess kommen demnächst zehn weitere E-Modelle aus fünf Marken auf die Straße.

Auslieferungen brechen um 15 Prozent ein

Gemessen an der Gesamtzahl verkaufter Fahrzeuge blieb der Anteil der E-Autos jedoch verschwindend gering, hat der weltgrößte Autokonzern Volkswagen doch im vergangenen Jahr 9,3 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert. Coronabedingt waren das 15,2 Prozent weniger als im Vorjahr.

Besonders betroffen war Westeuropa, wo die Auslieferungen um fast 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken sind. Grund ist der lange und in einigen Ländern auch monatelange Lockdown. Die Produktion war wochenlang unterbrochen und Autohändler mussten ihre Türen schließen.

In Deutschland wurde der Konzern im vergangenen Jahr nur noch 1,1 Millionen Wagen los (minus 19,5 Prozent). Auch in der Region Nordamerika war der Rückgang beträchtlich (17,4 Prozent), in den USA selbst lief es leicht besser (minus 12,1 Prozent). Im wichtigsten Markt China einschließlich Hongkong (minus 9,1 Prozent) kamen die VW-Marken etwas glimpflicher davon. In Südamerika mit Brasilien blieb die Lage mit jeweils knapp einem Fünftel weniger Absatz kritisch.

Luxusmarken trotzen der Krise

Die Hauptmarke Volkswagen Pkw verlor im Corona-Jahr 2020 weltweit 15,1 Prozent, Audi 8,3, Skoda 19,1 und Seat sogar 25,6 Prozent. Bei Porsche gingen die Auslieferungen nur um 3,1 Prozent zurück. Das Luxusgeschäft war - wie in anderen Branchen - nicht so stark vom Konsumeinbruch betroffen. Auch die Edelmarken Bentley, Bugatti und Lamborghini berichteten von einem vergleichsweise geringen Minus von 3 Prozent. Bei den leichten Nutzfahrzeugen rund um den VW-Bus oder Caddy ging es dagegen um beinahe ein Viertel (24,4 Prozent) abwärts.

Bis zum Dezember hat sich die Situation auf Teilen des Automarkts wieder etwas stabilisiert. Im letzten Monat des abgelaufenen Jahres verbuchte der Volkswagenkonzern weltweit verglichen mit dem Dezember 2019 noch ein Minus von 3,2 Prozent. In Westeuropa, Nordamerika und Nahost/Afrika nahmen die Verkäufe zuletzt auch schon wieder zu.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 13. Januar 2021 um 16:43 Uhr.

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