Arbeiter auf dem Gerüst einer Baustelle

Jahreswirtschaftsbericht vorgelegt Regierung erwartet 1,4 Prozent Wachstum

Stand: 27.01.2010 11:26 Uhr

Die Bundesregierung hat ihre Prognose für das Wachstum der deutschen Wirtschaft im laufenden Jahr auf 1,4 Prozent angehoben. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle legte dem Kabinett die neue Schätzung mit dem Jahreswirtschaftsbericht offiziell vor. Im Oktober hatte die Regierung für 2010 noch einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1,2 Prozent vorausgesagt. Die neue Prognose bleibt trotz der Korrektur unter den Werten der meisten Forschungsinstitute, die mittlerweile von einem Plus von bis zu 2,1 Prozent ausgehen. Der Internationale Währungsfonds geht von 1,5 Prozent aus.

Deutliches Plus bei Exporten erwartet

Silhouette eines Bauarbeiters
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Die Bundesregierung bleibt in ihrer Wachstumsprognose vorsichtiger als viele Forscher.

Einen wichtigen Beitrag zu Erholung der Konjunktur wird voraussichtlich der Export leisten. Laut Jahreswirtschaftsbericht werden die Ausfuhren der deutschen Unternehmen 2010 um 5,1 Prozent steigen, nachdem sie im vergangenen Jahr um 14,7 Prozent eingebrochen waren. Dagegen sei damit zu rechnen, dass der private Konsum um 0,5 Prozent gegenüber 2009 zurückgehe.

"Die Talsohle ist überwunden, aber der Aufstieg wird langsam und beschwerlich", erklärte Brüderle in Berlin. Umso wichtiger sei es, dass Bürger und Unternehmen "jetzt schnell Klarheit über die Entlastungen bekommen, die ihnen eine umfassende Steuerreform möglichst ab 2011 bringt". Innerhalb der schwarz-gelben Koalition wird seit Wochen darüber gestritten, ob die Haushaltslage umfangreiche Steuersenkungen zulässt. Zuletzt hatten sich CDU, CSU und FDP darauf verständigt, diese Frage nach der Steuerschätzung im Mai zu klären.

320.000 Arbeitslose mehr

Die Folgen der schweren Rezession im vergangenen Jahr, als das deutsche Bruttoinlandsprodukt um fünf Prozent einbrach, werden laut Jahreswirtschaftsbericht auf dem Arbeitsmarkt noch lange zu spüren sein. Die Bundesregierung rechnet damit, dass die Zahl der Arbeitslosen 2010 im Jahresschnitt um 320.000 auf 3,77 Millionen steigt. Das wären allerdings deutlich weniger, als in den vergangenen Monaten befürchtet worden waren. "Mit etwas Glück bleiben wir im Winter unter der Vier-Millionen-Grenze", sagte Brüderle. Wenn das eintreffe, sei das ein "wichtiges psychologisches Signal".

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