Zugpassagiere stehen am 06.09.2014 während eines Warnstreiks auf dem Hauptbahnhof in Stuttgart (Baden-Württemberg) vor einer Anzeigetafel.

Nach Warnstreik mit Hunderten Zugausfällen GDL droht mit unbefristeten Streiks

Stand: 06.09.2014 16:50 Uhr

Der Warnstreik der Lokführer und Zugbegleiter hat in ganz Deutschland zu erheblichen Verspätungen und Hunderten Zugausfällen geführt. Nah- und Fernverkehr waren ebenso betroffen wie S-Bahnen und der Güterverkehr.

Reisende mussten zum Beispiel am Berliner Hauptbahnhof oft mehrere Stunden auf ihren Zug warten. Neben der Hauptstadt waren Norddeutschland, der Großraum Leipzig sowie einzelne Regionen in Nordrhein-Westfalen und Bayern besonders stark betroffen. Zwar dauerte der Ausstand nur von 6 bis 9 Uhr - vor allem im Fernverkehr waren die Nachwirkungen aber bis in den Nachmittag hinein zu spüren.

Verspätungen und Ausfälle wegen Warnstreiks bei der Bahn
tagesschau 20:00 Uhr, 06.09.2014, Esther Neumeier, RBB

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

"Wer nicht hören will, muss fühlen", sagt der GDL-Chef

Eine Ende des Tarifkonflikts ist nicht in Sicht. Den bislang lassen weder die Bahn noch die Lokführergewerkschaft GDL erkennen, dass sie der anderen Seite wirklich entgegenkommen wollen.

GDL-Chef Claus Weselsky forderte die Bahn auf, "endlich ein substanzielles Angebot zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen vorzulegen". Ansonsten werde die GDL eine Urabstimmung durchführen. Damit hätte die Gewerkschaft die Möglichkeit, unbefristet zu streiken. "Dann gilt: Wer nicht hören will, muss fühlen", so Weselsky.

Ein unbefristeter Streik dürfte zu einem Verkehrschaos über den Bahnverkehr hinaus führen. Denn unter der Woche würden Arbeitsniederlegungen auch Millionen Berufspendler treffen. Viele von ihnen müssten aufs Auto umsteigen - was wiederum Staus auf den Autobahnen nach sich zöge.

Die Deutsche Bahn teilte mit, sie sei bereit, "jederzeit über alles für unsere Lokführer zu verhandeln - über Löhne, über Arbeitsbedingungen und über neue Spielregeln für Tarifverhandlungen". Bisher sei die GDL-Spitze den Einladungen aber nicht gefolgt. Die Bahn verwies auf ihr Angebot vom 1. September, das eine Lohnerhöhung um 1,9 Prozent bei einer Laufzeit von einem Jahr vorsieht.

Fünf Prozent mehr Lohn, zwei Stunden weniger arbeiten

Die GDL fordert von der Bahn dagegen fünf Prozent mehr Lohn und eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit um zwei auf 37 Stunden. Weselsky machte die Deutsche Bahn für die Arbeitskämpfe verantwortlich. Diese wolle "ihre Hausgewerkschaft EVG" bei den Verhandlungen "in die Führungsrolle hieven" - obwohl die Mehrheit des Zugpersonals in der GDL organisiert sei.

Warnstreik bei der Bahn: Fahrgäste warten in Hannover auf den Zug.
galerie

Fahrgäste der Bahn mussten am Samstag erneut Verspätungen in Kauf nehmen.

In dem Tarifkonflikt geht es nicht nur um höhere Löhne, sondern auch um einen Machtkampf zwischen der GDL und der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Die GDL ist Mitglied im Beamtenbund, die EVG gehört zum Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Sie streiten darum, wer für welche Mitarbeitergruppe die Verhandlungen führen darf.

Darstellung: