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Ausfuhren im November Chinas Exportboom beschleunigt sich

Stand: 07.12.2020 08:41 Uhr

In China ist von der Corona-Pandemie kaum noch etwas zu spüren. Die November-Exportzahlen übertreffen die Erwartungen. Die Steigerungsrate bei den Ausfuhren war so hoch wie zuletzt im Februar 2018.

Die Welt will Waren aus China. Die Exporte der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt zogen im November gegenüber dem Vorjahr um 21,1 Prozent an. Das zeigen aktuelle Zolldaten am Montag. Die Daten übertrafen die Erwartungen der Analysten für einen Anstieg um 12,0 Prozent. Auch das Tempo legt rasant zu. Im Oktober hatte der Anstieg noch 11,4 Prozent betragen.

Made in China
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Made in China: Rasantes Wachstumstempo

Die Importe blieben hingegen hinter den Erwartungen zurück und kletterten nur um 4,5 Prozent, also etwas weniger noch als im Vormonat mit 4,7 Prozent. Der Handelsbilanzüberschuss stieg kräftig um 102,9 Prozent auf 75 Milliarden US-Dollar.

China erwartet auch 2020 Wachstum

Damit koppelt sich China von den anderen großen Volkswirtschaften der Welt ab. Während der Rest der Welt eine Rezession erlebt, wird China auch in diesem Jahr wieder Wachstum verzeichnen. Es wird mit einem Plus von 2,0 bis 2,2 Prozent gerechnet. Im vergangenen Jahr hatte das chinesische BIP-Wachstum 6,1 Prozent betragen, auch in den Jahren zuvor waren es beständig über sechs Prozent.    

Wichtige Frühindikatoren deuten aktuell darauf hin, dass das Wachstum im vierten Quartal 5,5 Prozent überschreiten könnte. Einige chinesische Experten sprechen sogar von mehr als sechs Prozent Wachstum. Im dritten Quartal waren es schon 4,9 Prozent. Im ersten Quartal war das BIP in China noch um 6,8 Prozent im Vorjahresvergleich eingebrochen.

Chinesischer Arbeiter
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Chinesischer Arbeiter: Sonderkonjunktur in China

Da China das Coronavirus seit dem Sommer weitestgehend im Griff hat und nur noch vereinzelt Infektionen zählt, haben sich die wirtschaftlichen Aktivitäten wieder normalisieren können.

"Sonderkonjunktur in China"

Die chinesische Wirtschaft durchlaufe derzeit eine Sonderkonjunktur, kommentiert Thomas Gitzel, Chefökonom bei der VP Bank. "All die Waren, die von uns in Corona-Zeiten besonders kräftig nachgefragt werden, kommen überwiegend aus China."

Während die neuen Wellen der Pandemie in anderen Ländern für Unsicherheiten sorgen, zeigte sich den vierten Monat in Folge auch ein Zuwachs der chinesischen Exportaufträge. Experten weisen darauf hin, dass Chinas Exporteure auch von coronabedingten Produktionsunterbrechungen in Fabriken anderer Länder profitieren.

Auch aktuelle Stimmungsindikatoren zeigen nach oben. So ist die Stimmung im herstellenden Gewerbe so gut wie seit zehn Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex des renommierten Wirtschaftsmagazins "Caixin" stieg im November von 53,6 im Vormonat auf 54,9 Punkte. Das ist der höchste Stand seit November 2010. Das Konjunkturbarometer kletterte damit den siebten Monat in Folge. Die Beschäftigung legte im November ebenfalls so stark wie seit Mai 2011 nicht mehr zu.

ts

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 07. Dezember 2020 um 11:20 Uhr in der Wirtschaft.

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