Der ehemalige Chef von VW, Martin Winterkorn | Bildquelle: dpa

Mögliche Steuerhinterziehung Offenbar neue Ermittlungen gegen Winterkorn

Stand: 29.07.2018 02:15 Uhr

Ex-VW-Chef Winterkorn sieht sich offenbar mit neuen Vorwürfen konfrontiert: Nach Informationen der "Bild am Sonntag" ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen ihn. Grund sei der Verdacht auf Steuerhinterziehung.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat einem Bericht zufolge gegen den ehemaligen VW-Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn Ermittlungen wegen des Verdachts auf Steuerstraftaten aufgenommen. Wie die "Bild am Sonntag" berichtet, geht es dabei unter anderem um Überweisungen in den vergangenen beiden Jahren von insgesamt rund zehn Millionen Euro auf Schweizer Konten. Das Blatt beruft sich auf Ermittlungsakten. Es bestehe der Verdacht, dass fällige Steuern nicht bezahlt wurden.

Laut den von der "Bild am Sonntag" zitierten Ermittlungsakten soll Winterkorn 2016 und 2017 hohe Millionenbeträge von einem seiner Konten bei der Sparda Bank Nürnberg auf ein Treuhandkonto seines Steuerberaters überwiesen haben. Von dort sei das Geld in Depots der Bank Vontobel nach Zürich geflossen - darunter ein Depot, das Winterkorns Ehefrau zugeordnet worden sei.

Die Ermittler haben dem Bericht zufolge den Verdacht, dass ein Teil der Überweisungen eine Schenkung war, für die mehr als eine halbe Million Euro Schenkungssteuer angefallen wäre.

"Notgroschen" gesichert?

In einem Vermerk hält die Staatsanwaltschaft laut "Bild am Sonntag" fest, dass Winterkorn vermutlich Vermögenswerte in die Schweiz verschoben habe, um sich einen "Notgroschen" zu sichern. Angesichts der Dieselaffäre drohen Winterkorn hohe Schadensersatzansprüche von VW, sollten ihm Pflichtverletzungen nachgewiesen werden.

Winterkorns Anwalt Felix Dörr wies die Vorwürfe gegenüber der "Bild am Sonntag" zurück: Es sei Winterkorns "höchstpersönliche Entscheidung, wie und durch wen er sein Vermögen verwalten lässt", zitierte die Zeitung den Anwalt. Der Vorgang sei "frei von jeder steuerlichen Beanstandung".

Zuletzt waren im Dieselskandal neue Vorwürfe gegen Winterkorn laut geworden. Nach Informationen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" soll der damalige Konzernchef bereits Monate vor Bekanntwerden des Skandals 2015 detailliert über den Abgasbetrug informiert gewesen sein. Die Medien berufen sich dabei auf Aussagen, die Beschuldigte gegenüber der Staatsanwaltschaft Braunschweig getroffen haben. NDR, WDR und SZ konnten die Akten einsehen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. Juli 2018 um 02:00 Uhr.

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