Deutsche Wirtschaft wächst schneller als angenommen Bruttoinlandsprodukt legt um 0,7 Prozent zu

Stand: 13.11.2009 08:55 Uhr

Silhouette eines Bauarbeiters
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Insbesondere Investionen in Ausrüstungen und Bauten ließen das BIP steigen.

Die deutsche Wirtschaft hat sich im dritten Quartal 2009 schneller erholt und ist um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Nach dem starken Einbruch im Winterhalbjahr scheine sich der leichte Aufwärtstrend der Wirtschaft aus dem zweiten Quartal fortzusetzen, betonte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Das Wachstum für den Zeitraum von April bis Juni geben die Statistiker jetzt mit 0,4 Prozent an, ursprünglich waren sie von 0,3 Prozent ausgegangen.

Im Vorjahresvergleich sei das Ausmaß der Wirtschaftskrise allerdings noch deutlich zu erkennen, erklärte das Bundesamt. Dennoch bleibt die Dimension der tiefsten Rezession der Nachkriegszeit deutlich erkennbar: Im Vergleich zum Vorjahresquartal ging das BIP um 4,7 Prozent zurück. Damit fiel das Minus etwas schwächer aus als noch im zweiten Quartal 2009 das minus 7,0 Prozent betrug.

Mehr Investitionen, weniger privater Konsum

Positive Impulse kamen im Vorquartalsvergleich den Angaben zufolge insbesondere von den Exporten und den Investitionen in Ausrüstungen und Bauten. Allerdings seien auch die Importe im Vergleich zum Vorquartal kräftig angestiegen, was unter anderem zu einem Aufbau der Lagerbestände geführt habe. Die privaten Konsumausgaben seien dagegen zurückgegangen und hätten das Wirtschaftswachstum gebremst. Ausführliche Ergebnisse wollen die Statistiker am 24. November bekanntgeben.

Wirtschaftsweise legen Gutachten vor

Heute legen die fünf Wirtschaftsweisen ihre Einschätzung zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im laufenden und im kommenden Jahr vor. Das Gutachten des Sachverständigenrats soll Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin übergeben werden. Medienberichten zufolge werden die Experten für 2009 einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um etwa fünf Prozent vorhersagen.

Für 2010 wird das Wachstum des BIP den Berichten zufolge auf 1,6 Prozent geschätzt, die Bundesregierung rechnet derzeit mit 1,2 Prozent. Die Experten kritisieren demnach auch die Steuersenkungspolitik von Schwarz-Gelb sowie das Management der früheren großen Koalition bei der Rettung des Autobauers Opel.

Wirtschaftsweise

Die Wirtschaftsweisen begutachten seit 1963 die ökonomische Entwicklung im Auftrag der Bundesregierung. Neben dem im März ausscheidenden Vorsitzenden Wolfrgang Franz gehören dem Gremium die Ökonomen Claudia Buch, Peter Bofinger, Christoph Schmidt und Lars Feld an.

Die Mitglieder werden von der Bundesregierung vorgeschlagen und vom Bundespräsident berufen. Ihr Gutachten dient ebenso wie das Gemeinschaftsgutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute als Grundlage für die Wirtschafts- und Finanzpolitik der Bundesregierung.

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