Wohnhäuser in Hamburg | Bildquelle: imago images / Hoch Zwei Stock/A

Stadt und Land betroffen Immobilienpreise steigen weiter

Stand: 24.09.2019 12:06 Uhr

Der Anstieg der Immobilienpreise in Deutschland ist ungebrochen. Vor allem Käufer von Wohnungen oder Häusern in den Metropolen bekommen das zu spüren. Aber auch auf dem Land steigen die Preise.

Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland haben auch im Frühjahr deutlich zugelegt. Sie stiegen zwischen April und Juni im Vergleich zum Vorjahresquartal im bundesweiten Schnitt um 5,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Anstieg vor allem in Hamburg, München und Co

Besonders stark verteuerten sich Ein- und Zweifamilienhäuser (+10 Prozent) und Eigentumswohnungen (+8,6 Prozent) in den sieben größten Metropolen Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf. In anderen kreisfreien Großstädten ab 100.000 Einwohnern kletterten die Preise für Eigentumswohnungen und Häuser je um rund sieben Prozent.

Der Immobilienboom hat aber nicht nur die Großstädte, sondern auch das Land erfasst: In dünn besiedelten ländlichen Kreisen wurden Eigentumswohnungen und Häuser im Durchschnitt um jeweils 4,2 Prozent teurer, so die Statistiker.

Historisch niedrige Zinsen, der Zuzug in die Städte sowie die gute Konjunktur treiben den Immobilienboom seit geraumer Zeit an. Zudem sind Wohnungen vielerorts knapp. Um die große Nachfrage zu stillen, müssen nach Einschätzung von Politik und Bauwirtschaft jährlich 350.000 bis 400.000 Wohnungen in Deutschland entstehen. Doch bislang hat die Bundesregierung ihr Ziel eines kräftigen Neubaus verfehlt.

Vergangenes Jahr wurden 285.900 Wohnungen fertig gestellt, immerhin der höchste Stand seit 2002. Gebremst wird der Neubau etwa dadurch, dass Flächen in Ballungsräumen kaum frei sind und Handwerker in der Flut der Aufträge kaum nachkommen. Hausbauer warten daher oft Monate auf Handwerker.

Zahl der Baugenehmigungen sinkt

Zuletzt gab es schlechte Vorzeichen im Kampf gegen die Wohnungsnot: Von Januar bis Juli sank die Zahl der Baugenehmigungen laut Statistischem Bundesamt um 3,4 Prozent gemessen am Vorjahreszeitraum. Rund zwölf Monate nach dem Wohngipfel im Kanzleramt habe sich nichts geändert, kritisierte der Deutsche Mieterbund. Die versprochene Offensive von Bund, Ländern und Kommunen sei "krachend gescheitert".

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 24. September 2019 um 11:40 Uhr in der Wirtschaft.

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